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Auswirkungen von “Imperium und Sacerdotium” in der Neuzeit nach der industriellen Revolution

Die Dynamik von Imperium (weltliche Macht) und Sacerdotium (geistliche Macht) endete nicht im Mittelalter. Nach der Industriellen Revolution transformierte sich dieser alte Konflikt radikal.

Das “Imperium” wurde zum modernen Nationalstaat (und später zum totalitären Staat), das “Sacerdotium” wandelte sich zur moralischen Instanz (Kirche, später auch Menschenrechte/Zivilgesellschaft).

Es folgen die Auswirkungen dieses Spannungsfeldes in der Neuzeit, spezifisch unter dem Einfluss der Industrialisierung:

1. Der Kampf um die Loyalität der Massen (Die Soziale Frage)

Mit der Industriellen Revolution entstand die Arbeiterklasse (Proletariat). Beide Mächte konkurrierten nun nicht mehr um die Einsetzung von Bischöfen, sondern um die Kontrolle über die Gesellschaft.

2. Der “Kulturkampf”: Der Höhepunkt des Konflikts

Im 19. Jahrhundert eskalierte der Konflikt erneut, am deutlichsten im deutschen Kulturkampf (ca. 1871–1887). Dies war quasi eine Neuauflage des Investiturstreits unter industriellen Vorzeichen.

3. Säkularisierung und Entzauberung

Die industrielle Moderne führte zur Trennung der Sphären, die im Mittelalter noch theoretisch vereint waren.

4. Das 20. Jahrhundert: Totalitäres “Imperium” ohne “Sacerdotium”

Eine düstere Auswirkung zeigte sich, wenn das Gleichgewicht völlig kippte. Die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts (Nationalsozialismus, Stalinismus) können als Versuch des “Imperiums” gesehen werden, das “Sacerdotium” komplett zu verschlingen.

5. Das heutige Erbe: Das “Böckenförde-Diktum”

In der modernen Demokratie wirkt das Spannungsverhältnis in einer befriedeten, aber essenziellen Weise fort. Der Verfassungsrechtler Ernst-Wolfgang Böckenförde formulierte es so:

“Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.”

Was ist ein säkularisierter Staat?

Ein säkularisierter Staat ist ein Staat, der sich in seinen Angelegenheiten, Gesetzen und öffentlichen Institutionen von religiösen Institutionen und Überzeugungen trennt.

Das bedeutet:



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