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Kurz gesagt: Der Ukraine-Krieg wirkt klar preistreibend auf Gold, aber nicht isoliert – er verstärkt vor allem einen ohnehin laufenden Trend: geopolitische Fragmentierung, Sanktionen, Rekordkäufe der Zentralbanken und Angst vor „weaponized finance“.
Aufteilung in drei Teile:
Wichtig: Der Krieg verstärkt also die Safe-Haven-Funktion von Gold, aber Gold ist kein „lineares“ Hedge-Instrument – es reagiert mal stark, mal schwach.
Etwa 300 Mrd. USD russische Devisenreserven wurden eingefroren; die EU plant, Erträge aus diesen Assets für die Ukraine zu nutzen. ([Reuters][4])
Das hat aus Sicht vieler Nicht-West-Länder gezeigt: Reserven in Dollar/Euro können politisch blockiert werden.
Reaktion: Rekordkäufe von Gold durch Zentralbanken:
Russlands eigene Zentralbank sagt ausdrücklich: Die Diskussion um die Verwertung der eingefrorenen russischen Reserven sei ein Treiber hinter der weltweiten Goldnachfrage. ([Reuters][8])
Mechanismus:
Mehr geopolitisches Misstrauen → Zentralbanken diversifizieren weg von USD/EUR → mehr Goldkäufe → struktureller Preisdruck nach oben.
Der Ukraine-Krieg ist nicht die einzige Quelle, aber ein zentraler Baustein eines größeren Bildes aus:
Der Krieg:
Gold reagiert auf:
In 2024/25 haben wir genau diese Mischung: hohe Schulden- und geopolitische Sorgen plus Aussicht auf sinkende Zinsen → Gold auf Rekordkurs (über 4.200 USD/oz Anfang Dezember 2025, knapp 60 % höher als vor einem Jahr). ([Trading Economics][10])
Ich nehme grob die Szenarien aus unserer letzten Antwort und schaue nur auf den Gold-Effekt relativ zum heutigen Niveau (also heute ≈ 4.200 USD/oz).
(mMn derzeit eines der wahrscheinlichsten Kriegs-Szenarien)
Beschreibung kurz: Front stabilisiert sich, Waffenstillstand, aber keine umfassende Friedensordnung; Sanktionen bleiben weitgehend, Misstrauen bleibt hoch.
Gold-Effekt:
Kurzfristig:
Mittelfristig (Jahre):
Wahrscheinlich: Gold bleibt auf hohem Plateau, vielleicht mit Korrekturen nach unten, aber ohne Rückkehr zu Vorkriegs-Niveaus, solange das Misstrauen im System bleibt.
Beschreibung: Der Krieg zieht sich über Jahre hin, Fronten verschieben sich nur langsam.
Gold-Effekt:
Tendenz:
(z.B. starker US-Druck, russische Gebietsgewinne werden akzeptiert)
Gold-Effekt: ambivalent
Einerseits:
Andererseits (wichtiger):
Netto: Kurzfristig ggf. Abwärtskorrektur, aber mittelfristig nicht zwingend bärisch; der strukturelle Trend „Gold als geopolitischer Schutzschild“ könnte sogar verstärkt werden.
Beschreibung: Westen liefert massiv (Munition, Luftüberlegenheit, Langstreckenwaffen); Russland kann militärisch nicht mithalten; Ukraine gewinnt Terrain zurück.
Gold-Effekt:
Phase 1 (Kriegseskalation, russische Drohungen, nukleare Rhetorik):
Phase 2 (absehbarer russischer Rückzug, neue Sicherheitsordnung, glaubwürdige Sicherheitsgarantien für Ukraine):
In Summe: Viel Volatilität, aber kein klares Bären-Szenario für Gold, solange die globale Blockkonfrontation (USA–China, BRICS, etc.) anhält.
Gold-Effekt:
Kurzfristig:
Mittelfristig:
Kurzfristig klar bullisch, langfristig hängt alles davon ab, ob aus dem Chaos eine stabilere Ordnung hervorgeht oder ob die Region dauerhaft instabil bleibt.
Rein ökonomisch betrachtet (abstrahiert von der menschlichen Katastrophe):
Theoretisch massiv bullisch, praktisch aber ein Szenario, in dem der Goldpreis dein kleinstes Problem wäre.
Wenn man nur die Kriegsszenarien betrachtet (und Zinsen, Konjunktur, Technologie, etc. mal ausblendet), dann:
Alle realistischen Szenarien (A–E) sind eher „neutral bis positiv“ für Gold im Vergleich zu einer hypothetischen Welt ohne Ukraine-Krieg.
Der Krieg hat drei dauerhafte Effekte, die nicht so schnell verschwinden – egal, wie genau er endet:
Deshalb passt es ins Bild, dass Gold seit Kriegsbeginn und insbesondere 2024/25 auf Rekordstände über 4.000 USD/oz gestiegen ist und Analysten ernsthaft Kursziele um 5.000 USD für möglich halten – ausdrücklich unter Verweis auf „anhaltende geopolitische Unsicherheit“ und Zentralbankkäufe. ([MoneyWeek][12])
Fazit in einem Satz: Der Ukraine-Krieg ist einer der Hauptfaktoren, warum Gold heute so hoch steht und warum der strukturelle Druck eher nach oben als nach unten zeigt – aber der genaue Kriegsverlauf bestimmt vor allem die Volatilität und die Stärke der Risikoprämie, weniger die Grundtendenz „Gold bleibt wichtig“.
Wenn du magst, können wir das im nächsten Schritt mathematisieren, z.B. als einfache Funktion ( = f(, , , , ) ) und einzelnen Kriegs-Szenarien jeweils Parameterbereiche zuordnen (so ähnlich wie ein kleines ökonomisches Modell).
1
- “Gold Watch - Impact of the Ukraine war on gold prices”
2
- “Gold Prices Soar Amid Rising Geopolitical Tensions and Safe-Haven
Demand”
3 -
“Safe haven property of gold and cryptocurrencies during … -
Springer”
4
- “EU’s Ukraine funding plan could further boost central bank gold
buying, analysts say”
5
- “Central Banks | World Gold Council”
6
- “Gold as Reserve Currency: Central Bank Buying Reshapes Markets”
7
- “Gold demand: the role of the official sector and geopolitics”
8
- “Russia’s central bank says gold demand driven by G7 attempt to get
Moscow’s frozen assets”
9
- “Gold shines amid geopolitical uncertainties - World Bank Blogs”
10 - “Gold -
Price - Chart - Historical Data - News”
11
- “Gold eases as Russia-Ukraine ceasefire optimism curbs safe-haven
demand”
12
- “Could the gold price hit $5,000?”
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