Das 8 Damen Problem
Das 8-Damen-Problem ist eines der bekanntesten und
klassischsten Rätsel in der Mathematik und Informatik.
Übersichtliche Zusammenfassung der Regeln, Lösungen und
Hintergründe:
Was ist das Ziel?
Die Aufgabe besteht darin, 8 Damen auf einem
herkömmlichen Schachbrett
(
Felder) so zu platzieren, dass keine zwei Damen sich gegenseitig
schlagen können.
Da die Dame die stärkste Figur im Schach ist, bedeutet das:
- Keine zwei Damen dürfen in derselben Reihe
stehen.
- Keine zwei Damen dürfen in derselben Spalte
stehen.
- Keine zwei Damen dürfen in derselben Diagonale
stehen.
Die Lösungen
Obwohl es Milliarden von Möglichkeiten gibt, 8 Figuren auf 64 Feldern
zu verteilen, gibt es für dieses spezifische Problem nur eine begrenzte
Anzahl an Lösungen:
- Gesamtlösungen: Es gibt genau 92
verschiedene Anordnungen, die diese Regeln erfüllen.
- Fundamentallösungen: Wenn man Drehungen und
Spiegelungen des Brettes ignoriert (da diese symmetrisch sind), bleiben
nur 12 absolut einzigartige Grundlösungen übrig.
Ein visuelles Beispiel
für eine Lösung
Hier ist eine der 92 möglichen Lösungen. Die Q stehen
für die Damen (Queens) und die . für leere Felder:
. . . Q . . . .
. Q . . . . . .
. . . . Q . . .
. . . . . . . Q
. . . . . Q . .
. . . . . . Q .
. . Q . . . . .
Q . . . . . . .
In der Informatik wird das 8-Damen-Problem oft verwendet, um eine
Technik namens Backtracking (Rücksetzverfahren) zu
lehren.
Wie funktioniert das? Stell dir vor, du gehst das
Brett Reihe für Reihe durch:
- Setzen: Du platzierst eine Dame in der ersten Reihe
auf das erste Feld.
- Weitergehen: Du gehst zur zweiten Reihe und suchst
ein sicheres Feld.
- Sackgasse: Wenn du in einer Reihe ankommst, wo
kein Feld sicher ist (weil alle von den Damen darüber bedroht
werden), hast du einen Fehler gemacht.
- Backtracking: Du gehst einen Schritt
zurück zur vorherigen Reihe, verschiebst die dortige Dame auf
das nächste mögliche Feld und versuchst es erneut.
Dieser “Versuch-und-Irrtum”-Ansatz ist für Computer sehr effizient,
um solche Probleme zu lösen.
Interessante Fakten
- Ursprung: Das Problem wurde erstmals 1848 vom
Schachkomponisten Max Bezzel formuliert.
- Carl Friedrich Gauß: Der berühmte Mathematiker
beschäftigte sich ebenfalls damit, fand aber zunächst nur 72 der 92
Lösungen.
- Das n-Damen-Problem: Das Problem lässt sich
verallgemeinern. Man kann fragen: Wie platziere ich
Damen auf einem
Brett?
- Für
gibt es 1 Lösung.
- Für
und
gibt es keine Lösung.
- Ab
gibt es wieder Lösungen.