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Das Springerproblem (meist: Springerweg oder Springer-Tour) ist ein klassisches Problem aus Schach und aus der Graphentheorie/Kombinatorik. Ich erkläre dir Schritt für Schritt:
Wir haben ein Schachbrett (klassisch: 8×8 Felder) und eine einzige Figur: den Springer.
Der Springer bewegt sich in einem L:
Formal: Von einem Feld ((x,y)) kann er auf alle Felder mit Koordinaten ((x, y)) oder ((x, y)) springen (soweit diese noch auf dem Brett liegen).
Springerproblem: Finde eine Folge von Springerzügen, sodass
Man unterscheidet zwei Varianten:
Offene Tour (offener Springerweg) Startfeld und Endfeld sind verschieden; es gibt keinen Zug zurück vom Endfeld zum Startfeld.
Geschlossene Tour (Springerrundreise) Startfeld und Endfeld sind Springer-sprungweit voneinander entfernt, also: Der Springer könnte mit einem weiteren Zug wieder auf das Startfeld springen → es ist ein Hamiltonkreis.
Auf einem normalen 8×8-Brett gibt es viele solcher Touren, sowohl offene als auch geschlossene.
Man kann das Problem sehr elegant als Graphproblem formulieren:
Das Springerproblem wird dann zu:
Finde in diesem Graphen einen Hamiltonweg (oder Hamiltonkreis), also einen Weg, der jeden Knoten genau einmal (bzw. einen Kreis, der jeden Knoten genau einmal und wieder zum Start zurück) enthält.
Damit wird klar: Das Springerproblem ist ein Spezialfall des Hamiltonweg-Problems, das allgemein NP-vollständig ist. Aber für das Springer-Graphen auf einem Rechteckbrett gibt es spezielle Struktur und bekannte Resultate.
Allgemeiner: Wir können ein Brett mit (m) Zeilen und (n) Spalten betrachten.
Es gibt relativ kompakte Sätze, wann überhaupt ein Springerweg (meist sogar ein geschlossener) existiert. Grob gesagt:
Ohne in alle Spezialfälle abzutauchen:
Für ein 8×8-Brett gibt es sowohl offene als auch geschlossene Touren.
Wenn eine Dimension kleiner als 5 ist, wird es schwierig:
Für (m n) mit (m,n ) (und nicht in wenigen pathologischen Ausnahmen) existiert meist eine geschlossene Springer-Tour.
Die exakten Sätze sind technisch, aber die Intuition: Der Springer braucht genügend „Platz“, um nicht in Sackgassen zu geraten und alle Felder in einer zusammenhängenden Struktur verbinden zu können.
Das Schachbrett ist abwechselnd schwarz und weiß gefärbt. Wichtig:
Folgen:
Beim 8×8-Brett gibt es 32 schwarze und 32 weiße Felder → das ist kein Hindernis. Aber auf anderen Brettern kann dieses einfache Argument manche Touren prinzipiell ausschließen.
Theorie sagt: Es gibt Touren. Aber wie findet man eine?
Klassischer algorithmischer Ansatz:
Das funktioniert, ist aber ohne Heuristik extrem langsam bei größeren Brettern, da die Anzahl der Möglichkeiten riesig ist.
Eine bekannte Heuristik, die erstaunlich gut funktioniert, ist die Regel von Warnsdorff (1823):
Wähle bei jedem Schritt den Zug auf dasjenige nächste Feld, von dem aus der Springer die geringste Anzahl weiterer möglicher Züge hat.
Also:
Intuition:
Erstaunlich: Für das klassische 8×8-Brett liefert Warnsdorffs Regel (bei geeignetem Start und tie-break) oft sofort eine vollständige Tour ohne Backtracking.
Ein konkreter Springerweg über 64 Felder als Liste von Koordinaten wäre sehr lang (64 Punkte). Typische Darstellung:
Wichtiger als die exakten Zahlen ist das Prinzip:
Es gibt viele spannende Varianten:
Springerproblem mit Hindernissen Manche Felder sind gesperrt, dürfen nicht betreten werden. Gibt es trotzdem eine Tour, die alle freien Felder einmal besucht?
Minimaler Weg statt Tour Statt alle Felder zu besuchen: Wie viele Springerzüge braucht man von Feld A nach Feld B? (Das ist dann ein kürzester-Weg-Problem im Springergraphen.)
Springertouren auf anderen Graphen Man kann das „Springer-Bewegungsmuster“ auf Hexbretter, andere Gitter, sogar auf Graphen allgemein übertragen.
Zählen von Touren Nicht nur: Gibt es eine Tour? Sondern: Wie viele verschiedene Tours gibt es auf einem 8×8-Brett? Die Anzahl ist riesig, und das Auszählen ist ein nichttriviales Problem.
Historisch: Es ist eines der ältesten Schachmathe-Rätsel (seit mindestens dem 18. Jahrhundert untersucht).
Mathematisch:
Algorithmisch / Informatik:
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